Luftverschmutzung, Klimawandel und Wald

In der öffentlichen Diskussion hat das Thema „Klimawandel“ das Thema „Waldsterben“ abgelöst, gerade so, als ob es sich um zwei völlig voneinander unabhängige Probleme handle.

Denn die Aussage: „Wenn früher von Waldsterben die Rede war, ging es um Luftverschmutzung und sauren Regen. Heute verändert der Klimawandel die Wälder“ lässt außer acht, dass

1. die Luftverschmutzung noch immer viel zu hoch ist:

Auf 102 bis 169 Mrd Euro beliefen sich die Kosten der Luftverschmutzung, die durch Industriebetriebe in Europa 2009 entstanden. Luftschadstoffe, die für den sauren Regen und Atembeschwerden verantwortlich sind, wie Schwefeldioxid; Feinstoff, Ammoniak und Stickstoffoxide, werden für Schäden in Höhe von 38 bis 105 Mrd Euro pro Jahr verantwortlich gemacht.

Von den zehn Anlagen, die am meisten Kosten verursachen, kommen allein fünf aus Deutschland.

Link: (www.eea.europa.eu. publication s/ cost of air pollution)

Den grössten Anteil der Schadenskosten in der EU bilden CO2-Emissionen mit rund 63Mrd €.

2. Luftschadstoffe und Treibhausgase haben weitgehend die gleiche Ursache:

Verbrennungsprozesse, vor allem die Verbrennung fossiler Brennstoffe – wie Erdöl, Kohle, Erdgas und alle Folgeprodukte wie Benzin, Diesel, Kerosin, Koks und Flüssiggas – setzen Schadstoffe einschließlich der Treibhausgase wie CO2 frei. Hinzu kommen die Emissionen der Agrarindustrie aus Dünger und Pestiziden (Ammoniak, Pestizide und Lachgas, Methan).

Auch andere Rahmenbedingungen ändern sich - wie die Reaktion von Schadstoffen im Klimawandel:

Bodennahes Ozon, auch Sommersmog bezeichnet, wird vor allem durch Verkehr, Heizungen und Industrie erzeugt. Je langanhaltender und höher die Ozonkonzentration in der Luft ist, desto höher ist das Risiko für die Wälder - und das Risiko für die menschliche Gesundheit. Bei der Jahrestagung der European Respiratory Society (ERS) 2011 in Amsterdam wurde ein deutlicher Anstieg ozonbedingter Todesfälle in Europa durch den Klimawandel prognostiziert. Die Annahmen gelten vor allem für Mittel- und Westeuropa (http://de.nachrichten.yahoo.com/forscher-prognostizieren-mehr-sommersmog-tote-durch-klimawandel-054913913.html).

Wetterextreme

Der Klimawandel äußert sich vor allem in Wetterextremen: stärkere und häufigere Stürme, Starkregen mit Überschwemmungen oder lange Trockenphasen.

Im November 2011 hat es in Deutschland und vor allem am Alpenrand nicht geregnet. In der Folge brannte der Bergwald oberhalb des Sylvensteinspeichers bei Bad Tölz.

©Sammlung Gesellschaft für ökologische Forschung / H.Danzer

Die Rauchfahnen sind auch am nächsten Tag noch zu sehen

Aufwendige Löscharbeiten mit Helikopter

Bei einem der grössten Waldbrände der Schweiz brannten im August 2003 oberhalb von Leuk im Wallis 300 ha Wald. Das Brandgebiet erstreckte sich von 800 m.ü.M. bis zur Waldgrenze auf 2100 m.ü.M.

Ein Fünftel des zerstörten Waldes war Schutzwald für die Stadt Leuk und für die Strasse nach Leukerbad.

Im Klimawandel nimmt das Waldbrandrisiko generell zu.

Auch Hochwasser kommen häufiger.